Was tun im Sterbefall? Hier finden Sie häufige Fragen und Antworten

1. Welchen Bestatter wähle ich?

 

Dies ist eine sehr wichtige Frage! Sie sollten zunächst wissen, dass es in Deutschland die Freie Bestatterwahl gibt.  Sie alleine entscheiden, wen Sie beauftragen. Als bestattungspflichtige Angehörige dürfen Sie den Bestatter Ihres Vertrauens frei und unbeeinflusst wählen.  Es gibt keine „Zuständigkeiten“ bei den ortsansässigen Bestattungsunternehmen. Das ist nicht zulässig. Auch wenn der Todesfall in einer Einrichtung, z.B. im Seniorenheim, einem Hospiz oder Krankenhaus eingetreten ist, kann zwar im Todesfall vom Personal ein Bestatter gerufen werden, jedoch muss dieser danach von den Hinterbliebenen nicht akzeptiert werden.

Ebenso ist jeder Bestatter dazu verpflichtet, den Leichnam an einen anderen Bestatter zu übergeben, wenn dies der ausdrückliche Wunsch der Hinterbliebenen ist.  

Die Wahl des Bestatters ist immer also eine individuelle Entscheidung, um dem Wunsch des Verstorbenen bzw. der Hinterbliebenen zu entsprechen.

 

2. Der Verstorbene ist aus der Kirche ausgetreten oder Sie wünschen sich aus den verschiedensten Gründen        keine christliche Trauerfeier. Was können Sie tun?

 

In diesem Fall ist es möglich einen freien Trauerredner/in zu beauftragen. Diesen dürfen Sie selbstverständlich ebenso frei wählen. Ein professioneller Trauerredner arbeitet zumeist freiberuflich und selbstständig und ist an kein Bestattungsinstitut gebunden.  

Auch hier gilt: Sie dürfen frei und unbeeinflusst wählen. Verlassen Sie sich dabei jedoch nicht nur auf ihr Gefühl, sondern prüfen Sie vorab: Hat der/die Redner/in Erfahrung? Hat er eine fundierte Ausbildung? Geht er auf Ihre Fragen, Sorgen, auf Ihre Ideen und besonders auf Ihre Gefühle in dieser schweren Zeit ein? Hilfreich ist hierbei auch der Blick auf die Internetseite des Redners. Rezensionen von Angehörigen sind meist eine gute Informationsquelle, denn Sie können herauslesen wo die Stärken des Redners/der Rednerin liegen. Geben Sie einen wichtigen Teil, vielleicht sogar den wichtigsten Teil der Trauerfeier, in die Hände eines Profis. 

 

Dabei geht die Aufgabe eines Trauerredners weit darüber hinaus, eine schöne Ansprache vorzutragen. Ein guter Trauerredner/in begleitet und unterstützt Sie bei der Vorbereitung zur Trauerfeier und erstellt für Ihren Verstorbenen eine individuelle und persönliche Ansprache. Er organisiert und plant die Inhalte und den Ablauf der Abschiedsfeier. Die Angehörigen werden dabei mit Ihren Wünschen, Vorstellungen und eigenen Gedanken in die Gestaltung der Trauerfeier einbezogen. So wird ein persönliches Portrait des Verstorbenen entstehen und vor allem ein würdevolles und feierliches Abschiedsfest. 

Der Redner/die Rednerin ist am Tag der Beerdigung an Ihrer Seite, begleitet Sie und alle Trauergäste ruhig und konzentriert durch die Trauerfeier und trägt die Ansprache würdevoll und angemessen vor. Er/Sie wird Sie zur Grabstelle begleiten und den Verstorbenen dort mit passenden Worten verabschieden. 

 

Auch ohne christliche Feier gibt es schöne und segensreiche Worte und Texte, die den Angehörigen und allen Trauergästen in diesem schwersten Moment des Abschieds Trost spenden.  Wir leben in einer Zeit, in der es dem aufgeklärten Menschen wichtig ist, sich nicht von religiösen Dogmen fremdbestimmen zu lassen. Am Ende des Lebens ist es ein beruhigendes Gefühl das der Mensch oder seine Angehörigen sich in guten Händen wissen. Denn vor der Beisetzung, diesem endgültigen Abschied von einem geliebten Menschen, – genau davor fürchten sich die meisten. 

Deshalb ist es so wichtig, dass man sich der Erfahrung und des Wissens eines Profis, eines ausgebildeten Trauerredners/in anvertrauen kann. Ein guter Trauerredner/in ist nicht nur umfassend ausgebildet, sondern er verfügt über ein hohes Maß an Empathie und kann auf eigene Trauererlebnisse und im besten Fall auf einige Lebenserfahrung zurückblicken. Er ist sensibel im Umgang mit Menschen, ein angenehmer und behutsamer Zuhörer, er nimmt den Schmerz und die Trauer der Angehörigen wahr, findet situationsgerechte, feinfühlige Worte und spürt auch alles das, für das es möglicherweise keine Worte gibt.

 

3. Was kann ein freier Trauerredner/in für Sie tun?

 

Ob es sich nun um eine umfangreiche Abschiedsfeier handelt, um die Beisetzung am Grab geht, oder Sie nur eine kurze Ansprache vor der Trauerhalle wünschen. In all diesen Fällen kann eine Trauerrednerin für Sie tätig werden. Sie kann Ihnen den Schmerz nicht nehmen, aber vielleicht Ihre Trauer in Worte fassen und für den oder die Verstorbene eine würdevolle, persönliche und individuelle Ansprache erstellen. Gemeinsam wird sie mit den Angehörigen alle Aspekte der Trauerfeier besprechen. Dazu gehören Literaturzitate oder ein passendes Gedicht, das persönliche Portrait, welches angelehnt an die Biographie des Verstorbenen entsteht, ein stiller Moment, der tröstende Blick in die Zukunft (Transzendenz) und nicht zuletzt Musik, die sich der Verstorbene oder Sie als Angehörige wünschen.  Für manch eine Beerdigung kann es auch tröstlich sein ein sinnstiftendes Ritual einzubauen. Denn wenn Worte fehlen, ist es hilfreich in Gesten oder Symbolen Trost zu finden. Wollen Sie mehr über sinnstiftende Rituale in der Trauerfeier erfahren? Dann lesen Sie hier weiter. 

 

Ein/e Trauerredner/in wird Ihnen in der schwierigen Situation beratend und hilfreich zur Seite zu stehen. Das Ziel sollte sein eine würdevolle und feierliche Abschiedsfeier zu gestalten, ohne Zwänge, ganz individuell und eben auf den einzigartigen Menschen bezogen.

 

4. Machen der Redner/die Rednerin vor der Trauerfeier einen Hausbesuch?

 

Ja, wenn es irgend möglich ist. Der Trauerredner/in möchte Sie und den verstorbenen Menschen möglichst gut kennenlernen. Und sicher geht das am besten bei Ihnen zu Hause oder in der Wohnung des Verstorbenen. Auch sind die Angehörigen und der Trauerredner/in dabei in einem geschützten Raum, ganz unter sich, in privatem Umfeld. Es ist wichtig zu spüren und zu sehen wie es den Hinterbliebenen in der Trauersituation geht, denn auch das ist im Zusammenhang mit der Trauerfeier wichtig. 

 

Bei diesem Gespräch werden alle Details, wie der Ablauf, die Grundstimmung und ebenso die Inhalte der Trauerfeier besprochen. Der Trauerredner sollte sich Zeit nehmen, um alle Fragen die die Angehörigen haben, zu beantworten. Dieses Abschiedsgespräch mit den Hinterbliebenen baut auf großem gegenseitigem Vertrauen auf. Die Angehörigen können sicher sein, dass alles, was über den Verstorbenen, dessen Lebensgeschichte, alles persönliche und die Familie gesprochen wird, streng vertraulich behandelt wird.

Und selbstverständlich wird in die Ansprache auch nur das einfließen und Erwähnung finden, was sich die Angehörigen wünschen. Es gilt die Hinterbliebenen durch die schweren Tage des Abschieds zu begleiten und sie bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung der Trauerfeier zu entlasten.

 

5. Wie kann man sich auf das Gespräch vorbereiten?

 

Die Angehörigen können sich schon vorab Gedanken über den Verstorbenen machen. Was waren wichtige Stationen seines Lebens? Hobbies, Mitgliedschaften in Vereinen, Interessen, Wertvorstellungen, welche Musik liebte er/sie? Gerne können Sie auch Fotos bereitlegen. Dann kann sich der Trauerredner/in ein „Bild“ des Verstorbenen machen. Das hilft sehr.

 

6. Ist es möglich nach der Trauerfeier eine Abschrift der Rede zu erhalten?

 

Das wird von den Rednern unterschiedlich gehandhabt. Im besten Fall: Ja, denn für die Angehörigen ist es schön anschließend die Ansprache in gedruckter, gebundener Form zu erhalten. Es ist hilfreich nach dem schweren Tag der Beisetzung noch einmal in Ruhe alles nachlesen zu können, denn am Tag der Trauerfeier sind die Angehörigen oft so in Gedanken und aufgewühlt, dass sie das Gesagte kaum aufnehmen können.

 

7. Wo überall halten Freie Trauerredner/innen Ihre Ansprachen?

 

Wenn der/die Verstorbene aus der Kirche ausgetreten ist, wird er/sie selbstverständlich auf dem örtlichen/gewünschten Friedhof beigesetzt. Jedoch wird der Pfarrer oder Pastor keine Trauerfeier, Trauergottesdienst halten. Der Freie Redner hält seine Trauerfeiern und Grabreden auf jedem städtischen und örtlichen Friedhof, im Friedwald, im Friedhofswald und auch im Ruheforst.

 

8. Was kostet so eine Trauerrede, bzw. Trauerfeier?

 

Die Honorare sind sehr unterschiedlich. Sie richten sich jedoch nach den Wünschen und dem tatsächlichen Aufwand. Die Arbeitszeit für eine persönliche und individuelle Ansprache und die Organisation einer vollständigen Trauerfeier ist umfangreich und kann bis zu 15 Stunden in Anspruch nehmen. Wer keine inhaltslose und austauschbare Rede aus Textbausteinen, leeren Phrasen und ausgewechselten Namen und Daten möchte, sollte zuvor vergleichen, sich die Websites anschauen, vielleicht zunächst telefonisch das Gespräch mit einem Redner/einer Rednerin suchen.

Denn ganz wichtig ist auch, dass die „Chemie“ zwischen Angehörigen und Redner stimmt. 

Die Kosten einer guten Trauerfeier und einer auf den Verstorbenen bezogenen, persönlichen Ansprache wird nicht unter 250,- € und 400,- € netto zu bekommen sein. Bei längeren Anfahrten werden zumeist zusätzlich Fahrtkosten berechnet.

 

Vielleicht ist in diesem Zusammenhang folgender Gedanke hilfreich: Jeder Mensch ist einzigartig, jede Beerdigung eine Premiere und vor allem: Sie kann nicht wiederholt werden.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

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